Der Überflieger
Jan-Hendrik kennt keine Höhenangst. Letzte Woche ist er 2500 Meter hoch geflogen. Der deutsche Vize-Meister im Segelfliegen hat eines der außergewöhnlichsten Hobbys auf dem Jugendpressefrühling.
Zusammen mit seinem Vater hat der Glückstädter sich 2008 in einem Segelflugverein angemeldet. Seitdem verbringt er jedes freie Wochenende auf dem Flugplatz. Was ihn antreibt, ist der Nervenkitzel. Jeden Tag
kann Jan-Hendrik den neuen Weltrekord im Streckenflug, also den längsten Flug ohne Motor, aufstellen. Aber nicht nur das liebt er an seinem Hobby. „Wenn ich im Segelflieger sitze, vergesse ich für einen Moment den Alltag“, erzählt der 18-Jährige mit leuchtenden Augen. Freiheit und Entspannung verbinde er mit dem Fliegen, obwohl im Himmel höchste Konzentration gefordert sei.
Da Segelflugzeuge keinen Motor haben, müssen sich die Piloten auf die Thermik verlassen: „Wir können nur durch die Kräfte der Natur oben bleiben“, sagt Jan-Hendrik. Unter Thermik versteht man Aufwinde, die aus warmer Luft bestehen und das Flugzeug in die Luft befördern. Zum Starten wird das Segelflugzeug an einem Seil hochgezogen. Dabei erreicht man innerhalb von 45 Sekunden eine Höhe von 400 Metern - was vergleichbar mit der Beschleunigung eines Formel 1-Wagens ist.
Zweiter im Jugendvergleichsfliegen, Zweiter bei den deutschen Meisterschaften: Jan-Hendrik hat es in seinem Hobby im wahrsten Sinne des Wortes bis ganz nach oben geschafft. Drei Jahre hat es gedauert, bis er endlich seinen Flugschein in den Händen halten durfte. Doch er lädt Mutige eindeutig dazu ein, das Segelfliegen auszuprobieren: „Es lohnt sich - und es ist ein geiles Hobby.“ (21:04 Uhr)