Gefährlich hoher Alkoholkonsum

Veröffentlicht auf von Katharina Kersten

Wer zu viel Korn trinkt, hat am Ende nur noch Stroh im Kopf“, so der deutsche Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck (*1929).


Leere Flaschen, glasige Augen und ein starrer Blick. Kevin hängt am Tresen, die ausgelassenen Partygäste um ihn herum nimmt er kaum noch war. Alles dreht sich undalkohol.JPG plötzlich verliert er das Bewusstsein. Eigentlich wollte er nur ein bisschen Spaß haben, so wie alle anderen auch, einmal nicht der Außenseiter sein, seine Probleme ertränken. Aus dem einen Abend wurde schnell ein wöchentliches Besäufnis und so endete die „Zeit seines Lebens“ leider im örtlichen Krankenhaus. Unglücklicherweise ist das kein Einzelfall: Der Alkoholkonsum der deutschen Jugend ist hoch. Es ist also kein Wunder, dass die Erwachsenen den Lebensstil unserer Generation stark kritisieren. Warum trinkt man über das Limit? Ist es wirklich ein Grund, stolz zu sein, wenn man es beim Feiern übertrieben hat und in dem eigenen Erbrochenen liegt? Vermutlich sind sich die meisten Pubertierenden der Risiken und Folgen vom exzessiven Saufen gar nicht bewusst. Auf den „Flatrate-Partys“, an denen Kevin teilnimmt, finden Trinkspiele statt, bei denen der gewinnt, der am meisten verträgt. Wer aber das Hochprozentige ablehnt, scheidet aus. Er ist beinahe immer der Gewinner und erlangt damit endlich die gewünschte Anerkennung seiner Klassenkameraden. Sogar Melissa, das Mädchen, auf das er schon länger ein Auge geworfen hat, lächelt ihm plötzlich zu. Im Gruppenzwang werden die Jugendlichen dazu ermutigt, sich volllaufen zu lassen. Aber kann man den übermäßigen Alkoholgenuss schon als Trend bezeichnen? Sicher ist, dass immer mehr Kinder sich betrinken, obwohl der Konsum eigentlich erst ab 16 Jahren gestattet ist. Neben Kevin wurden im Jahr 2007 rund 3800 Mädchen und Jungen im Alter von zehn bis 15 Jahren  mit einer Alkoholvergiftung in deutsche Krankenhäuser eingewiesen. Als er dort aufwacht, steht seine Mutter am Bett und sieht ihn mit sorgenvollem Blick an. In diesem Moment erkennt er, dass sich etwas ändern muss. Nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, stößt er auf der Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf Hilfsangebote. Mit der Aktion „Kenn dein Limit“ wollen sie jungen Menschen wie Kevin die Chance geben, ihrer Abhängigkeit zu entfliehen. Er hat es geschafft, leider gibt es trotzdem noch zu viele Teenager, die keinen Ausweg aus der Alkoholfalle finden. (16:30 Uhr)

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