Weltretten ist Mode
Immer mehr junge Leute versuchen, unseren Planeten zu verbessern, indem sie nach der Schule in Entwicklungsländer reisen oder gegen den Kapitalismus rebellieren. Aber verändern sie damit auch die Welt?
Junge Leute gehen gegen Atomkraft auf die Straße. Protestieren gegen die Bankenkrise. Aber kann man sie auch wirklich ernst nehmen? Oder laufen sie nur mit dem Trend? Heute ist jeder von uns darauf aus, etwas
Gutes zu tun. Aber was ist überhaupt gut? Ist es schon gut, wenn ich im Supermarkt statt Eiern aus Bodenhaltung Bio-Eier kaufe? Oder muss ich mich erst auf die Gleise setzen und mich anketten, um den Castor-Transport zu stoppen?
Weltretten ist Mode geworden. Aber kann man mit einer Modeerscheinung tatsächlich die Welt retten? Einerseits ist es ein Fortschritt, dass wir umweltbewusster geworden sind und den Klimawandel aufhalten wollen. Andererseits ist das noch immer keine Selbstverständlichkeit. Wie oft habe ich mich schon dabei ertappt, dass ich doch wieder das Licht angelassen habe, als ich aus einem Raum gegangen bin. Das ist das Problem am Weltretter-Trend: Jeder redet davon, doch nur die wenigsten halten sich an die einfachsten Stromsparmaßnahmen. Oder gestehen vor ihren Freunden ein, gegen Atomkraft zu sein.
Die Frage ist, ob wir die Welt überhaupt verändern müssen. Wenn Obama die Truppen aus Afghanistan abziehen will und große Autohersteller Elektroautos verkaufen, müssten wir eigentlich nichts mehr unternehmen. Doch genau an dieser Einstellung scheitert das neue Hobby der Jugendlichen.
Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir zu dem stehen, was wir tun. Aus dem modernen Hobby muss eine Selbstverständlichkeit werden. (17.15 Uhr)